Donnerstag, 13. November 2014

Fremdsein, Chaos, Freunde und Merkwürdigkeiten

Wie oft habe ich mich hier schon eingeloggt, das Blinkern auf der leeren Seite ein paar Minuten verträumt beobachtet, um mich dann wieder auszuloggen...

Die Tage fliegen dahin, schon ist es November. Das Wetter wechselt zwischen Sonnenschein, Regengüssen und Windböen. Ich treffe immer mehr Menschen, viele werden mir vertrauter und Freundschaften entwickeln sich. An manchen Tage laufe ich stundenlang durch die Stadt, planlos und auf der Suche nach neuen, unbekannten Orten. Manchmal finde ich sie. Einen wunderschönen Park, in dem Schafe weiden, einen kleinen Markt oder ein gemütliches Café. An anderen Tagen überkommt mit der Alltagstrott und ich erwische mich beim stundenlangen Nichtstun. Ich genieße es hier zu sein, war es doch immer einer der Orte, an dem ich mal leben wollte. Aber es ist auch wieder ein Ort auf Zeit.

In der Straßenbahn beobachte ich die Menschen, versuche sie zu verstehen. Solange ich den Mund halte fühle ich mich integriert, doch sobald ein italienisches Wort meine Lippen verlässt, merke ich, wie ich als Fremde erkannt werde. Jeden Morgen werde ich seit zwei Monaten von der Sprache überrascht: "Huch, ich verstehe ja nichts."

Doch worüber soll ich schreiben? Was ich erlebe ist spannend wenn es erlebt wird. Aufgeschrieben sind es Worte, die anderen wohl weniger aufregend erscheinen mögen.

Ich kann von Vorlesungen berichten, in denen ich kein Wort verstehe. Oder von der seltsamen skeptischen Katze, die in meinem Haus wohnt. Von Menschen, die ich mag und von solchen, die ich nicht wieder treffen will. Von den Gesichtern, die ich täglich in der Metro sehe, von traurigen Seelen am Straßenrand. Die Sonne, die mir warm ins Gesicht scheint. Der Regen, der direkt über meinem Bett aufs Dach prasselt. Lustige Abende mit lustigen Menschen. Musik, die überall zu hören ist. Der Geruch von Großstadt, der mir das Gefühl gibt langsam zu krepieren.
Ein Lächeln, das mich aufmuntert.
Geschichten, die mir einfallen und aufgeschrieben werden wollen...
 

Sonntag, 7. September 2014

Sie haben Ihr Ziel erreicht...

Fast eine Woche bin ich nun schon in Roma.
Ein paar Sehenswürdigkeiten wurde in der Woche noch besucht und neue Ecken erkundet, die teilweise zu wiederholten Besuchen eingeladen haben.
Die Stadt ist unendlich und wird von einem chaotischen Autofahrervolk beheimatet. Zebrastreifen sind Deko und Ampeln  Beleuchtungskunst. Es wird gehupt, geschimpft und selbst ausreichend große Parklücken sind kein Hindernis, den parkenden Nachbarn zu "küssen". Dennoch funktioniert das Chaos, weil einfach alle so fahren- selbst die Polizei. Unsicherheiten sind fehl am Platz.
Großstadt und italienische Mentalität ist eine faszinierende Kombination, die mir sicherlich noch ein paar Mal den Atem nehmen wird.
Ansonsten habe ich mich in meinem netten Stadtviertel und in einer niedlichen niedrigen Wohnung eingelebt. Auf unserer wunderbaren Terasse ist viel Platz zum sonnen und sitzen in angenehmen 30°C.
Am Mittwoch beginnt der Intensivsprachkurs und ich bin sehr gespannt auf die vielen neuen Gesichter und Sprachen, die mir begegnen werden.

Es folgen weitere Erkenntnisse und Erlebnisse aus dieser großen Stadt.


 
die schönen Gassen und Straßen rum um den Campo de' Fiori








un gabbiano 
 
la isola Tibertina

Sonntag, 10. August 2014

Johann Wolfgang und Lydia reisen ins Land der Zitronen

Ciao Amici,

Soeben blätterte ich in dem wunderschönen Reisebericht Goethens über seinen Aufenthalt in Rom. Mein Herz entflammte bei seinen Beschreibungen der "Hauptstadt der Welt" und seine Sehnsucht danach empfinde ich ganz und gar mit. "Ich glaube es jetzt kaum, und wenn dieser Wunsch erfüllt ist, was soll ich mir nachher wünschen?" Es ist noch nicht mal mehr ein Monat bis zur Abreise. Ich bange jeden Tag, denn noch immer plagen mich Gedanken, ob nicht irgendwas schiefgehen wird. Ich packe wieder mein Leben in Kisten und Koffer und muss mich der Herausforderung stellen, meine Herzensgüter auf maximal zwei Koffer zu beschränken. Was ist mir so wert und wichtig, dass es mich begleiten soll? Worauf kann ich verzichten? Ein Zimmer habe ich, das glücklicherweise sehr zentral liegt.
Da das Leben in Rom ganz neu und sicherlich auch auf seine Art aufregend sein wird, werde ich natürlich ausführlicher berichten und euch über die schönsten Orte, die leckersten Speisen und sie interessantesten Wörter der italienischen Sprache schreiben.
Bis dahin werde ich nun weiter packen und mich den letzen Vorbereitungen widmen.
Tanti saluti
Lydia :)


Zur Einstimmung ein paar Impressionen meines ersten Romurlaubs: