Ach...einfach drauf losschreiben...
Es kommt nicht selten vor, dass ich auf der Straße von Organisationen angesprochen werden, die etwas "Gutes" für die Welt tun wollen. Jedesmal laufe ich, eine Entschuldigung stammelnd, schnell dran vorbei. Nur wenige Menschen bleiben wirklich stehen und unterhalten sich mit den, meist jungen, engagierten Menschen.
Jedes Mal wieder überkommt mich ein bisschen schlechtes Gewissen. Aber muss ich das überhaupt haben?
Zum einen habe ich das Gefühl, dass es viele der jungen Menschen des Geldes wegen machen. Möglichst viele Menschen zur Unterschrift bewegen füllt auch sicherlich die eigene Tasche. Ich möchte niemanden etwas unterstellen und finde es toll, wenn es Menschen gibt, die mit Herzblut bei solchen Sachen sind-
Aber ich habe es selbst erlebt, wie ich auf dem Campus angesprochen wurde, ob ich nicht bei eben solchen Ständen und Organisationen mitmachen möchte. Die Bezahlung wäre nicht schlecht. Ich finde es nicht überzeugend, wenn mich jemand vom Mensch und Tier retten überreden will, der das nur des Geldes wegen macht.
Und zum anderen kann ich nicht einschätzen ob das Geld, was ich spenden würde, auch wirklich da ankommt wo es gebraucht wird. Es gibt sicherlich unter den vielen Organisationen und Vereinen auch
welche, die das Geld richtig verwenden und vernünftig umsetzten, aber
woran erkenne ich die sofort auf der Straße? Selbst große Namen stehen
immer wieder in der Kritik, eben nicht so weltrettend zu handeln wie sie
vorgeben. Und ein Geschäft möchte ich nicht auf der Straße abschließen, wenn ich in Eile bin und mir vielleicht in der Hektik nur die Hälfte des Spendenvertrags durchlese, der sich meistens auf eine monatliche Spende bezieht.
Ich möchte mich auch nicht erst zu etwas überreden lassen. Ich möchte selbst entscheiden wofür, wie und was ich Gutes tue. Und ich möchte das nicht tun, in dem ich zich Organisationen Geld in die Tasche stecke. Ich glaube, durch alltägliche Handlungen können wir viele Dinge verbessern. Das ist auch nicht einfach, wie ich immer wieder feststelle. Richtig Lüften, nicht zu viel Essen wegschmeißen bzw. gar nicht erst zuviel kaufen; und faire Klamotten kaufen...das braucht immer wieder einen Tritt in den eigenen Hintern, weil ich mich dabei erwische, wie ich doch wieder um einen Pullover von H&M schleiche.
Wenn ich eine Organisation finden würde, von der ich mit größerer Sicherheit sagen kann, dass sie wirklich was gutes tut, dann würde ich mich auch engagieren. Auch ohne Bezahlung.
Aber bisdahin versuche ich durch kleine Taten etwas zu verbessern. Das ist wie gesagt nicht leicht und ich nehme an, das geht nicht nur mir so. Aber wenn wir uns gegenseitig drauf hinweisen, dann klappt das.
:)